Radio Interview
Neu-Ulmer Zeitung 22.6.2010

Der Neu-Ulmer Augenarzt Dr. Harald Gäckle setzt seinem Kollegen Dr. Charles Cofie die Ghana-Kappe auf – die beiden kennen sich aus der Zeit von 2001 bis 2004, als Gäckle in Kenia viele afrikanische Augenärzte ausbildete. Foto: Andreas Brücken
Neu-Ulm: Wenn Deutschland heute bei der Fußball-WM auf Ghana trifft, geht es um Alles oder Nichts. Höchstwahrscheinlich wird nur eine der beiden Mannschaften ins Achtelfinale einziehen. Zwei Augenärzte werden bei dem Spiel ganz besonders genau hinschauen und nicht so recht wissen, welche Elf sie anfeuern sollen. Denn der eine ist Neu-Ulmer mit Herz für Afrika, der andere Ghanaer mit Hang zu Schwarz-Rot-Gold. Dr. Harald Gäckle hat jahrelang an der Universität von Nairobi afrikanische Kollegen ausgebildet, fühlt sich als halber Afrikaner. Mit seinem früheren Studenten Dr. Charles Cofie verbindet ihn bis heute eine enge Freundschaft. Für den 40-Jährigen aus der ghanaischen Hauptstadt Accra ist Deutschland zweite Heimat, er hat in Berlin Medizin studiert, bevor er sich in Kenia bei Dr. Gäckle zum Augenarzt weiterbildete. Gerade hat er seinen ehemaligen Professor in dessen Neu-Ulmer Praxis besucht und mit ihm zusammen im Augenlaserzentrum Neu-Ulm operiert.
Auch für ein Gespräch mit der NUZ fand sich Zeit. „Fußball, das ist in Ghana der Sport Nummer eins“, sagt Cofie und erinnert sich, wie er als Kind mit den Freunden auf der Straße gekickt hat. „Unser Ball bestand aus Gummiresten und Isolierband - mehr brauchten wir nicht.“ Praktisch alle Buben und immer mehr Mädchen aus Ghana spielen Fußball, dass da immer wieder ein Talent seinen Weg in die Welt des internationalen Profisports findet, sei klar.
Ob Sammy Kuffour von Bayern München, Tony Baffoe (Köln und Düsseldorf) oder Charles Akonnor (Köln/Wolfsburg) - Charles Cofie kennt sie alle, die Ghanaer, die in der Bundesliga für Furore sorgten. Der Beste von allen, da ist er sich mit Harald Gäckle einig, das war Anthony Yeboah, der in Saarbrücken, Frankfurt und Hamburg so begeisterte, dass sich ein Fanklub sogar „Zeugen Yeboahs“ nannte.
Nur zu gerne würden sich Harald Gäckle und sein afrikanischer Kollege gemeinsam das heutige Spiel ansehen. Doch Cofie musste bereits nach Ghana zurückfliegen - die Patienten warten.
In dem 20-Millionen-Einwohner-Land gibt es nur 50 Augenärzte, etwa 9000 kümmern sich um 80 Millionen Deutsche. Dabei gibt es in Afrika viel zu tun, viele Menschen erkranken sehr früh am Grauen Star - wegen der stärkeren Sonneneinstrahlung, erzählt Charles Cofie. Er arbeitet in der eigenen Praxis, eine Hilfsorganisation aus Kanada unterstützt ihn, weil sich viele Menschen eine Operation sonst nicht leisten könnten.
Heute Abend aber richten sich alle Augen auf den Fernseher, den Arztkittel legt Cofie ab - für das Deutschlandtrikot. Auch seine Frau und die drei Kinder tragen teutonische Leibchen, Harald Gäckle aus Neu-Ulm hat sie ihnen geschenkt. Den Kopf des Augenarztes aber ziert die bunte Ghana-Mütze - Heimat bleibt Heimat.
Der Tipp: Beide kommen weiter
Vor und nach dem Spiel wollen sie telefonieren, einig über den Spielausgang sind sich der deutsche und der ghanaische Arzt auch: „Es geht nach einem guten Spiel 2:2 unentschieden aus und die beiden Mannschaften ziehen gemeinsam ins Achtelfinale ein. Denn Australien wird gegen Serbien nicht verlieren. Im Endspiel sehen sich Deutschland und Ghana dann wieder.“ Und selbst das könnte der Freundschaft nicht schaden: „Wenn Ghana Weltmeister wird, freut mich das“, sagt Harald Gäckle. (bju)
Augsburger Allgemeine 28.07.2008 : Kenias Ministerpräsident schwärmt für Gerd Müller

Augen-OP im Augenlaserzentrum Neu-Ulm
Dr. Harald Gäckle, Betreiber des Augenlaserzentrums Neu-Ulm, bestätigt Informationen unserer Zeitung, wonach sich der Staatsmann bis gestern bei ihm in Behandlung befand. Er habe den Politiker bereits im April wegen eines grauen Stars behandelt und es wurde nun ein "kleinerer Eingriff am Tränenkanälchen" vorgenommen.
Unter strenger Geheimhaltung war Odinga am vergangenen Donnerstag in Deutschland eingetroffen. Inzwischen befinde er sich wieder auf dem Weg in die Heimat, sagt sein Arzt.
Der Kontakt zu der deutschen Augenklinik kam über einen kenianischen Kollegen von Augenarzt Harald Gäckle zustande. Denn der 40-jährige Ulmer hatte vier Jahre lang an der Universität der kenianischen Hauptstadt Nairobi Mediziner ausgebildet. Gäckle ist zudem mit einer Kenianerin verheiratet, die wie Odinga dem Stamm der Luo angehört. Seine Urlaube verbringt der Augenarzt regelmäßig in verschiedenen afrikanischen Ländern, um dort kostenlos meist völlig mittellose Patienten zu operieren. Dieses Engagement, sagt Gäckle, habe dazu geführt, dass er auf dem Schwarzen Kontinent "einen gewissen Ruf" genieße.
Odinga sei deshalb nicht der einzige afrikanische Spitzenpolitiker, der sich bei ihm in der Neu-Ulmer Klinik behandeln lasse. Kaum einer habe allerdings eine so enge Beziehung zu Deutschland wie Odinga. Zwischen zwei Behandlungsterminen habe dieser mit seiner Frau Ida Schloss Neuschwanstein besichtigt - und sei begeistert gewesen. In einigen Monaten, sagt Gäckle, werde Odinga zur Abschlussuntersuchung kommen: "Wer weiß, vielleicht klappt es dann auch mit dem heiß ersehnten Treffen mit Gerd Müller."


